Zur Geschichte des Üblacker-Häusls

Das Üblacker-Häusl ist ein kleines Herbergsanwesen Ecke Preysing- und Wolfgangstraße in Haidhausen. Das einstöckige Tagelöhner-Häusl mit einst zwei Herbergen (Vorform der Eigentumswohnung) wurde Ende des 18. Jahrhunderts am Rande einer kleinen, noch heute erkennbaren Kiesgrube aus Ziegeln errichtet. Es war eines von rund 150 Holz- oder Steinhäusern in Haidhausen, die mehr als eine Herberge aufzuweisen hatten. Die meisten von ihnen mussten zwischen 1890 und 1960 hohen Mietshäusern weichen oder wurden während des 2. Weltkrieges zerstört.

Mit Urkunde des königlichen Notars Dr. Karl Reinhold vom 27. Dezember 1894 erwarb der Holz- und Kohlenhändler Johann Üblacker dieses Anwesen mit 0,047 Tagwerk (ca. 160 qm) zu einem beachtlich hohen Preis von 9912 Mark. Der Grundbucheintrag lautete damals: "Wohnhaus mit angebauter Stallung, Abort, Schutzdach, Wagenremise und Hofraum". Unter dieser Beschreibung kaufte rund 70 Jahre später, am 20. Mai 1966, die Stadt München das Anwesen von der Erbengemeinschaft Üblacker.

Das städtische Bewertungsamt registrierte damals, dass das Häusl wegen seines schlechten Zustandes nur noch als Abbruchobjekt angesehen werden könne. Dennoch war es bis 1974 bewohnt. Ein Jahr später wurde die Unbewohnbarkeitserklärung und gleichzeitig die Abbruchgenehmigung erteilt. Der damalige Bezirksausschuss lehnte den Abbruch jedoch einstimmig ab und forderte die Sanierung. Ein sich wandelndes Bewusstsein wollte dem alten Haidhausen wieder seinen gebührenden Platz einräumen und ihm seine besondere Gestalt bewahren. Das Herbergsanwesen wurde in die Denkmalschutzliste aufgenommen und 1977 begann schließlich die Sanierung der maroden Bausubstanz. 580.000 DM waren insgesamt für die Wiederherstellung des rund 200 Jahre alten Herbergsanwesens nötig.

Am 12. Juli 1980 eröffnete der damalige Oberbürgermeister Erich Kiesl das einstige Herbergsanwesen, in dem nun zwei kleine Museumsräume (Wohn- und Schlafraum einer Tagelöhner-Familie) als Abteilung des Stadtmuseums und ein Ausstellungs- bzw. Kommunikationsraum (ehemals der Ziegenstall) im Erdgeschoss und eine Wohnung im Obergeschoss geschaffen wurden. Als Geschenk anlässlich der Eröffnung brachte Kiesl das Original des "Planes über die Einrichtung einer elektrischen Beleuchtung im Anwesen Preysingstraße 58" mit. "Auch dieser Plan aus dem Jahre 1916 ist ein Dokument der Entwicklung Haidhausens und der Lebensverhältnisse in diesem Stadtteil, den die 'Segnungen' der modernen Zeit oft erst spät erreichten und den die Übel der modernen Zeit beinahe zerstört hätten", so der damalige Oberbürgermeister.

Öffnungszeiten:  
Mittwoch & Donnerstag: 17.00 – 19.00 Uhr
Freitag und Sonntag: 10.00 – 12.00 Uhr
 
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